Sgraffito
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Der Beginn des Sgraffitos im Engadin fällt in die Zeit der stärkeren Hinwendung nach Süden, nach dem Sieg der Drei Bünde über die Österreicher an der Calven 1499 und nach der Eroberung des Veltlins. Der Dreissigjährige Krieg mit seinen Zerstörungen fast aller Dörfer des Unterengadins durch Baldiron (1622) unterbrach diese Entwicklung. Nach den Schrecken dieses Krieges erhielt die Sgraffito-Dekoration von etwa der Mitte des 17. Jahrhunderts bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts ihre höchste Blüte.

Die Wirkung der Sgraffitotechnik beruht auf der Gegenüberstellung von dunklen und hellen Partien, auf der Stilisierung einfacher Motive und auf der klaren Linienführung. Solang der Putz noch weich ist, wird der helle Kalkaufstrich weggekratzt, so dass der dunkle Verputz sichtbar wird. Die Engadinerhäuser mit ihren weiten Toren, den wohlproportionierten Fenstern und grossen Flächen rufen geradezu nach einem Schmuck mit graphischer Wirkung.

Sgraffito wird zur Gestaltung der Architektur verwendet, als Haustor- und Fensterumrahmungen und zur Betonung von Senkrechten und Waagrechten. Oft werden Ornamente frei auf die Fassaden übertragen. Diese haben symbolischen Charakter und assoziieren unsere reale Welt mit der Welt des Magie, mit dem Irrationalen. Sie stehen stellvertretend für etwas nicht Wahrnehmbares da und geben dem heutigen Betrachter vielfach Rätsel auf.

Häufige Motive sind: der Sonnenwirbel, der Venusstern, die Perlmuschel, der Lebensbaum, das Doppelwellenband, die Nymphe, der Löwe, der Hirsch und viele andere.

Unten der Drache, der die Dämonen abwehrt und das Haus beschützt.

Ein Handwerker, der im Laufe von vielen Jahrzehnten eine riesige Anzahl von Häusern in Sent und Umgebung mit Sgraffiti versehen hat, ist der einheimische Maler Jacob Lansel, geboren 1924.

Hier sein Haus in Archas Sot.

Weitere Motive der Sgraffititechnik: